Halbzeitgedanken und Banku
Ich sitze im Shop von meiner Gastmama. Die Sonne steht schon tief und scheint mir ins Gesicht, während ich Cassava reibe. Ich lerne, wie man Banku macht, eins der ghanaischen Nationalgerichte. Man weicht getrockneten Mais drei Tage lang in Wasser ein, bis er gärt und lässt ihn dann zu Brei mahlen. Diesen Brei, vermischt mit dem geriebenen Cassava, rührt man über der traditionellen Kochstelle, d.h. über glühenden Kohlen oder offenem Feuer, bis er sich verdickt. Man nennt es „Banku driven“. Die Arbeit ist anstrengend, denn je länger ich rühre, desto zähflüssiger wird die Masse und gleichzeitig ist die Bewegung sehr meditativ. Ich lasse meine Gedanken schweifen und vergrübel mich ein bisschen. Fünf Monate bin ich schon in Ghana, ab jetzt zählen die Tage rückwärts . Am Anfang mochte ich Banku nicht. Jetzt sitze ich hier und lerne, wie man es zubereitet, weil ich es so gerne mag. So viel hat sich verändert. Ich bin angekommen im Land. Ich bewege mich überall sicher u...