Meer
Auf der Überfahrt nach Stockholm. Das Meer macht lustige Geräusche. Mit geschlossenen Augen kann ich nach einer Stunde an der Reling erkennen, ob wir durch Eis-Schnee-Meer-Schichten fahren, das klingt silbrig weich. Große Eisplatten zerbrechen und machen gläserne Geräusche. Oder aber tiefblaues Wasser, gluckernd, umspülend, im Fluss erklingend. Musik. Nachtzug nach Lissabon gestern fertig gelesen. Ich spüre nach und in das Meer hinein. Enttäuschung als Zeichen für das, was uns wichtig ist. Das Gefühl zu schätzen lernen. Wann ist ein Monat lang genug und gleichzeitig nicht zu lang? Was macht Zeit dazu, dass wir sagen können, nichts ,verpasst zu haben‘, die Zeit gut ,genutzt‘ zu haben. Nutzen? Wann besser fließt Zeit so, dass wir mitkommen, mitsurfen können? Nicht überspült werden? Wie nah kommen sich Menschen? Ist es ein unmöglicher Versuch, einen Menschen komplett kennenzulernen? Was heißt überhaupt kennenlernen. Wenn ich auf einen Menschen blicke, dann immer mit einem gefär...