Meer


Auf der Überfahrt nach Stockholm.


Das Meer macht lustige Geräusche. Mit geschlossenen Augen kann ich nach einer Stunde an der Reling erkennen, ob wir durch Eis-Schnee-Meer-Schichten fahren, das klingt silbrig weich. Große Eisplatten zerbrechen und machen gläserne Geräusche. Oder aber tiefblaues Wasser, gluckernd, umspülend, im Fluss erklingend. Musik.


Nachtzug nach Lissabon gestern fertig gelesen. Ich spüre nach und in das Meer hinein.


Enttäuschung als Zeichen für das, was uns wichtig ist. Das Gefühl zu schätzen lernen. 


Wann ist ein Monat lang genug und gleichzeitig  nicht zu lang? Was macht Zeit dazu, dass wir sagen können, nichts ,verpasst zu haben‘, die Zeit gut ,genutzt‘ zu haben. Nutzen? Wann besser fließt Zeit so, dass wir mitkommen, mitsurfen können? Nicht überspült werden?


Wie nah kommen sich Menschen? Ist es ein unmöglicher Versuch, einen Menschen komplett kennenzulernen? Was heißt überhaupt kennenlernen. Wenn ich auf einen Menschen blicke, dann immer mit einem gefärbten Blick, mit Vorstellungen, zu denen ich neue Erfahrungen mit der Person hinzusortiere. Wie schön und wertschätzend, wenn ich dafür eine neue Gedankenwolke anfangen könnte, damit die Person mir gegenüber die Chance hat, sich zu verändern und neue Facetten an sich zu entdecken. Veränderung an anderen im eigenen Wahrnehmen zulassen und unterstützen. 


Zuhören. Nicht nur reagieren, wie es sich das Gegenüber vielleicht wünscht. Mehr ehrlich teilen, was durch den Kopf geht.


Es gibt übrigens nicht nur Geräusche gerade. Auch die Sonne spiegelt sich im Meer, in der Sonnenbrille, auf der Reling. Oh und wir fahren wieder durch Eis, wie schön.


Wenn jemand von euch das Buch gelesen hat, dann ruft mich gerne an. Habe Lust, drüber zu sprechen. Und auch sonst gerne.







 

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