Anfangen

Jede große Reise beginnt mit einem kleinen Schritt...

Mit welchem Schritt fing diese hier an?

Ins Ausland nach dem Abi, weg von daheim, um neue Leute kennenzulernen, den Horizont zu erweitern und die Chance der Freiheit zwischen Schule und dem Kommenden zu nutzen – das war wohl der Ursprung meiner Idee eines Freiwilligendienstes im Ausland. Im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung habe ich in der zehnten Klasse von dem Förderprogramm „weltwärts“ erfahren, bei dem 75% der Kosten für einen Freiwilligendienst in Ländern des Globalen Südens übernommen werden und das war der ausschlaggebende Punkt für mich, vor allem in afrikanischen Ländern nach den verschiedenen Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes zu suchen.

Oft werde ich gefragt, warum ich unbedingt nach „Afrika“ will, wobei Afrika in diesem Kontext manchmal als großes Land gemeint ist. Ich frage dann immer zurück, „warum denn nicht in einem afrikanischem Land wohnen und arbeiten?“.

Ich möchte nach Ghana, weil ich in eine neue Kultur eintauchen, Menschen kennenlernen und von ihnen lernen will, weil ich wie eine Praktikantin in einem Projekt mitarbeiten möchte, um währenddessen zu beobachten und mich anzupassen.

Die zweite Frage, die ich zu hören bekomme, bezieht sich meistens darauf, ob ich keine Angst hätte in einem afrikanischen Land. Oder das Gegenüber äußert begeistert, „Du bist ja mutig!“. Das stimmt, ins Ausland zu gehen erfordert immer eine gewisse Risikobereitschaft, Flexibilität und auch eine Prise Mut, weil einfach alles anders ist als das Altbekannte, als Daheim. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich in Ghana mehr Angst haben müsste, als wenn ich beispielsweise in die USA gehen würde. Es gibt Regeln in anderen Ländern, wie dass man sich nachts nicht alleine draußen aufhält oder dass es üblich ist, eine bestimmte Art von Kleidung zu tragen. Und ich werde mich an solche Regeln halten, mich anpassen und sicher nichts Unvernünftiges tun, wie ich das auch in Deutschland nicht mache – dann habe ich auch keine Angst.

Viele weitere Fragen kann ich hier nennen, die darauf folgen. Bezüglich Essen, Einfachheit des Wohnens (vorausgesetzt wird, dass viele Personen in Ghana in einfachen Verhältnissen leben) und aber auch, dass ich als Frau allein unterwegs bin.

Ich verstehe, dass viele dieser Fragen nicht böse gemeint sind, sondern einfach meine Situation und Interesse daran betreffen. Aber ich merke gleichzeitig, dass einfach oft noch ein wenig differenziertes Bild vom afrikanischen Kontinent besteht, der doch so vielfältig ist. Auch das ist ein Grund, warum ich mich freue, in einem Projekt in Ghana zu arbeiten. Ich freue mich, dass ich die nächsten Monate auf diesem Blog und auf weiteren Wegen erzählen kann, wie es mir in Ghana geht, wie die Menschen sind und wie viel ich lernen kann. Wie vielseitig afrikanische Kulturen sind und wie wert es ist, sie zu differenzieren.

Ich bin mir dessen bewusst, dass ich das als weiße Person nur eingeschränkt tun und nicht für andere Kulturen sprechen kann, aber ich möchte mich solidarisieren und einen anderen Blick auf Ghana zeigen.

Und natürlich auch total viel Spaß haben, viele Erfahrungen sammeln, Leute treffen, eine Sprache und vieles andere lernen – und hoffentlich nicht allzu oft Sonnenbrand bekommen. 

Ich freue mich, wenn ihr meine Geschichten hören wollt!


Kommentare

  1. das macht Lust auf mehr. Schön! Holger

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  2. Toller Blogbeitrag, Meret! Ich freue mich schon auf deine spannenden Abenteuergeschichten aus Ghana & finde es schön, dass du so weltoffen & dich engagierst :)
    Liebe Grüße, Marleen

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