Welcome to I cry, popularly known as Accra…
Ich kann nicht in Ghana leben, ohne zumindest einmal über Accra geschrieben zu haben. Accra ist der Mittelpunkt Ghanas. Da wo viele hinwollen, da wo es cool ist, wo sich viele einen guten Job erhoffen. Wo es Party gibt und alles zu kaufen.
Westen. Für mich ist Accra westlich. Ich freue mich ab und zu schon mal, einen Joghurt oder Kinderschokolade zu essen. Dieses Wochenende habe ich dort das erste Mal seit knapp acht Monaten deutsches Brot gefunden. Und was Kleidung betrifft, ist man in Accra auch recht frei: da kann man die kürzeren Sachen, die im Dorf mit kritischen Blicken quittiert werden würden, ungeachtet auspacken.
Konsum. Es gibt tolle Märkte in Accra, auf denen man alles bekommt. Sei es Shampoo, bunte Stoffe, Kunst, Autoreifen, Töpfe, Handyhüllen oder riesige essbare Schnecken. Viele shoppen gerne auf dem Kantamanto Market, wo es verschiffte alte Kleidungsstücke aus Europa gibt und man schöne Sachen findet. Und in der Mall gibt es sogar das Spiel Uno.
Kultur. Es gibt in Accra ein Nationaltheater, schöne Gallerien, Kunstmärkte und gute Museen. Eindrücklich und bedrückend sind für Europäer vor allem die historischen Forts und Castles, die jahrelang Zentrum des westafrikanischen Sklavenhandels waren. Unter anderem in Accra und anderen ghanaischen Küstenstädten setzten von hier aus Schiffe mit Gefangenen nach Amerika in die See, die dort als Sklaven arbeiten mussten.
Essen. Das reicht in Accra vom guten Fried Rice und Streetfood für zwei Euro bis zur Pizza in La Piazza und gutem Café im Kukun. Die Auswahl ist groß und oft nach langer Zeit das erste Mal, dass ich auch etwas nicht-ghanaisches essen kann. Das freut mich dann schon immer mal wieder, aber ich merke, dass ich das westliche Essen nicht mehr wirklich vermisse.
Party. Was wäre Accra schon ohne die Clubs und Bars? Nach acht Monaten kenne ich mich recht gut in der Feierszene aus, weil wir jedes Mal, wenn wir in Accra sind, ausgehen. Republic Bar, Bloom Bar, Cloud Nine, Kona Bar, Kruna, Frontback, Firefly… Man kann hier wilde Nächte erleben mit gutem Bier, starkem lokalen Schnaps, viel Tanzen und wahnsinnig guter Feiermusik. Nicht umsonst hat Medikal ein Song über Accra geschrieben… Hört gerne mal rein oder kommt direkt vorbei - es lohnt sich!
Accra.











Oh wie schön wieder von Dir zu lesen! Du beschreibst sehr anschaulich Deine Zeit in Accra und wie ghanaisch und westlich sich dort ergänzen - Danke dafür!
AntwortenLöschenToller Artikel & Bilder, liebe Meret! Da bekommt man direkt Lust auch nach Accra zu reisen :) LG, Marleen
AntwortenLöschenLiebste Meret, ...I cry...for? All those things which do not really make us happy?
AntwortenLöschenDas war mein Gedanke beim Lesen. All die vermeintlich glücklich machenden Dinge (!). Kleider von der Stange (um dazu zu gehören? Wozu dazu zu gehören? Zu einer "Gemeinschaft, die von einer Marketingabteilug generiert wird und deren einziger Zweck ist, einigen wenigenzu Reichtum zu verhelfen? Denn um jobs geht es nicht, nur vordergründig.)
Exotisch Essen... eine tolle Sache vor allem für Menschen, die nicht reisen können. (Wer aus deinem Dorf, kann sich die Reise nach Accra leisten, wer nicht?)
Kunst und Kultur, schön, ein wichtiges Element für eine Gesellschaft, sich im Spiegel der Kunst erleben und sehen. Was ist die "alte" Kunst und Kultur in den Dörfern in Ghana? Findet sie Einzug in die moderne Kunst und Kultur?
Und zu guter letzt Party in den kurzen Sachen...hinter verschlossen Türen, geschützt vor den moralisierenden Blicken der (vermeintlichen) Christen.
Cry for...mehr Ehrlichkeit? Mehr Offenen Dialog? Mehr Freiheit? Accra als einer von vielen Spiegeln der Widersprüchlichkeit, mit der wir uns als Menschen konfrontiert sehen, heute vielleicht tatsächlich mehr als gestern...? (Wie entstehen Widersprüchlichkeiten?) Was mich zum nächsten Blog überleitet ...Big hug and crying for you to be back soon 😍