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Heute war im OP das erste Mal schlechte Stimmung. Ein italienischer Arzt war da, sollte zeigen, wie eine neue OP Technik für Entfernung von Brustgewebe von einem männlich gelesenem Patienten funktioniert. Da wars noch ok. Nur dafür, dass der Patient das aus ästhetischen Gründen gemacht hat (auf schlau hat er eine Gynäkomastie) hat der Arzt wirklich wenig Brust entfernt. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wie das ist, wenn sich der Patient darauf gefreut hat, dass die Brust, mit der er sich nicht identifizieren kann, endlich weg ist, nur um aufzuwachen und sie ist immer noch da, nur kleiner.
Zweite OP, der Schönheitschirurg hatte wieder einen zu kleinen Kittel und war schon bisschen schlecht drauf. Maunzte in der OP wirklich alle einmal an. Legte Spritzen irgendwo ab, weil er sich nicht den Abwurf zeigen ließ, entschied selbst über die Lokalanästhesie, anstatt sich abzusprechen und war total unhöflich zu dem Anästhesisten, als die Patientin Schmerzen verspürte. Er hätt ja vorher mal fragen können, was sie hier im OP verwenden. Zum Glück hielten alle ganz gut Stand und dagegen.
Umso schöner war es, dass der Anästhesist, eine liebe Ärztin und ich uns über den OP Tisch hinweg angucken, mit den Augen rollen konnten über die Blasiertheit. Komischer Italiener, der da alles bestimmen wollte.
Es ist sehr spannend hier im Krankenhaus zu sein. So viele Menschen nehmen uns an die Hand, erklären geduldig, lassen uns nah dran bei OPs. Von Orthopädie über Handchirurgie bis Verbrennungen ist es eine angenehme Atmosphäre. Manchmal stehen wir schon auf dem Schlauch, sei es wegen Nuscheln unter der Maske, englische Fachbegriffe oder unsere Anatomie Vergesslichkeit. Bietet dann immer eine gute Möglichkeit, sich selbst auf den Arm zu nehmen. Und irgendwie verstehen wir uns dann doch immer.

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