Bühne frei für Manaslu




Ich schlüpfe um 5.30 aus dem kuscheligen Schlafsack, um Andi und Philipp aus Berlin zu treffen, unsere treuen Spiel und Gesprächsfreunde der letzten Tage. Raman (unser lieber Guide) ist noch verhalten, vom Manaslu sieht man nur die eine Schneeflanke. Wobei nur - die leuchtet so schön im Dunkeln, dass wir drei uns raus trauen in die Kälte und Dämmerung. Der Schnee knirscht, nur ein, zwei Spuren, sonst schlafen alle noch. 

Zeit und Ruhe zum Beobachten. Die kleinen Steinhäuschen gleichen einander. Unten Stroh, Yak und Esel, obendrüber der Wohnraum mit Leiter erreichbar, da wirds wegen der Tiere schön warm. Der Berg dahinter noch dunkelblau, der Mond scheint. 

Wir laufen aus dem Dorf in die Weite hinein. Langsam wird es hellblauer, Konturen schärfer, die Felsspalten, Schneekanten, Bäume. Wir drei sind gut gelaunt, stapfen herum und dann ... sehen wir noch mehr vom Manaslu. Orangegelb ein Streifen, dann weiß, die Sonnenstrahlen scheinen an Kraft zu gewinnen, schieben manche Wolken weg, färben andere rosa. Wir staunen und schauen, mal sieht man die eine Spitze, dann die andere. Der Manaslu. Da laufen wir außenrum! 

Erdend, zwischen diesen hohen Bergen zu sein, ganz klein und leicht. Es ist eine wohlige Stimmung unter uns, inne drin ganz warm, nur die Zehen frieren, so lang sind wir schon draußen. Also noch die Sonnenstrahlen zu uns wandern lassen, wachblinzeln, mit ein paar Schneebällen feiern und zum warmen Frühstück schlendern.
















Kommentare

  1. Ein Yak in echt!!
    Was für tolle Eindrücken von dem wahnsinnigen Gebirge

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  2. Am Sonntag hat mir ein alter Mann hier in Fideris erzählt, dass sie als Kinder im Winter mit dem Vater im Stall in einem Hochbett geschlafen haben. Weil es dort warm war. Ich stelle mir gerade eine Kuh in deinem Zimmer in Leipzig vor, unter deinem Hochbett. Platz hätte es ja. Für eine Kuh. Nicht für ein Yak.

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