Anthropologie im Museum
Heut habe ich gelernt:
Die Maya haben die Null erfunden
Das nichts gefunden
Eigentlich treffender, für das nichts
keine Bezeichnung zu haben,
Aber für Rechnen und Logik braucht es
die Null,
genauso für Kalender und Astronomie
In dem traurigen Buch Ein wenig Leben
Geht es um das Leermengenaxiom,
Null bleibt null
Nichts bleibt nichts
Und der eine Charakter sagt,
das ist für ihn sein Lebensaxiom
Wir kommen aus dem Nichts
Und gehen wieder dahin
Stimmt das?
Die Maya bereiteten ihre Toten auf die
Totenwelt vor, mit Brotzeit,
Handwerksutensilien, Schmuck.
Das Leben nach dem Tod in der Unterwelt
war genauso wichtig wie das Leben jetzt
Im Popol Vuh, einer heiligen Schrift
der Maya wünschen sie zum Weg in die
Unterwelt folgendes:
"Que no caigan en la bajada
Ni en la subida del camino
Que no encuentren obstáculos
Ni detrás ni delante de ellos
Ni cose que los golpee
Concedeles buenos caminos
Hermosos caminos planos"
"Mögen sie weder beim Abstieg
noch beim Aufstieg auf dem Weg stolpern.
Mögen sie keine Hindernisse finden,
weder hinter noch vor sich,
noch etwas, das sie trifft
Gib ihnen gute Wege,
schöne, ebene Wege."
Das klingt nicht nach nichts,
diese Welt in die sie sich aufmachen.
Und dabei haben die Maya uns erst
Eine Null gegeben und die Wurzel des
Leermengenaxioms
"Das Nichts" seufze ich vor dem
riesigen Sonnenstein der Mextica
Ziemlich wenig nichts,
Die Sonnen der
Erde, Luft, Wasser, Feuer,
Die bei den Mextica heilig waren
Daran würde ich auch gerne glauben
Und freue mich, als auf dem Heimweg
die Regentropfen auf mich fallen,
Wenn das doch heilig sein könnte





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